Qualitätssicherung in der Beratung und Bildung – wie geht das?

Validierung von Kompetenzen ist oft schwierig. Von Qualität in der Beratung und Bildung ganz zu schweigen. Möchte man sich darüber hinaus für staatliche unterstützte Programme qualifizieren, kommt man an einer Zertifizierung nach einem anerkannten Qualitätsmodell nicht vorbei. Die Länge der Liste variiert je nach Anforderungsprofil, und umfasst u.a. folgende QM-Systeme, die sowohl in Deutschland als auch Österreich enerkannt werden:

 

  • AZWV/AZAV Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung bzw. Arbeitsförderung (Deutschland spezifisch)
  • BQM Bildungs-Qualitäts-Management
  • EduQua (Schweizerisches Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen)
  • EFQM European Foundation for Quality Management
  • Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V.
  • ISO 19796-1 International Organization for Standardization (ISO)
  • ISO 29990 International Organization for Standardization (ISO)
  • ISO 9001 International Organization for Standardization (ISO)
  • LQW Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung
  • QES-plus Qualitätsentwicklungssystem QESplus
  • QVB Qualitätsentwicklung im Verbund von Bildungseinrichtungen
  • UZ 302 (Österreichisches Umweltzeichen für Bildungseinrichtungen)

In Österreich, als Mekka der Zertifizierungen und Evaluierungen auf professionellem Niveau, bietet es sich im Zuge dessen außerdem an, auf Basis einer der obigen Systeme, sich um das ÖCert zu bemühen. Es ist als Kooperation des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung gewissermaßen ein Aushängeschild für Qualitätsentwicklung in Österreich.

 

 

Erwartungsgemäß ist eine Förderung der Organisationsentwicklung, der internen Kommunikation, der Motivation und des Verantwortungsbewusstseins der Mitarbeitenden durch ein Qualitätsmanagement-System mit sehr viel Aufwand verbunden. Ein Qualitätsmanagement-System muss allerdings vorrangig nach seiner Einführung auch gelebt werden, und lebbar sein, um eine Weiterentwicklung des Unternehmens unterstützen zu können.

 

Was also tun?

Recherche: Was möchten wir erreichen, was ist uns wichtig?

Bei Zweihorn handelt es sich um eine Mischung aus

  • Unternehmensberatung (Schwerpunkt Strategieberatung, Marketingprozesse und Organisationsentwicklung)

und einer

  • Weiterbildungsakademie (die sogenannte Zweihorn Akademie)

 

Daher muss ein Qualitsätsmanagement sowohl den Beratungsprozess als auch den Weiterbildungsprozess abbilden können und auch für eine bewusst klein gehaltene Organisationsstruktur deutlich mehr Mehrwert als Overhead bringen. Dieser Mehrwert sollte sich sowohl in der Qualität unserer Bildungs- und Strategieberatungsaufträge widerspiegeln als auch unseren Kund:innen direkt zugute kommen (Stichwort Förderungen).

Weiterbildungsangebote im Bereich Online Marketing, SEO, Socialmedia gibt es wie Sand am Meer und seit der Covid-19 Pandemie sogar noch stärker Ort- und Zeit unabhängig. Durch eine Aufnahme der Zweihorn Akademie in die (deutlich überschaubarere) Liste akkreditierter Ausbildungsinstitute würde man sich nicht mehr mit unzähligen anderen Online-Kursangeboten vergleichen müssen – sondern wäre einzigartig, eben durch die Nähe zur Strategieberatung und dem Wissen um Förderungen und Prozesse.

 

Gleichzeitig wäre der Grundstein für ein etwaiges (späteres) Wachstum des Unternehmens gelegt. Mit dieser klaren Zieldefinition konnten wir folgenden Master-Plan aufstellen:

Die Republik Österreich vergibt das von Friedensreich Hundertwasser entworfene Umweltzeichen auf Basis einer eigenen Satzung.

Grundlage für die Zertifizierung bildet ein „Lebenszyklus-Ansatz“.  Betrachtet werden dabei die Umweltauswirkungen bei Gebrauch, Herstellung und Entsorgung.

Um Ö-Cert bewerben können sich Erwachsenenbildungsorganisationen, die über ein von Ö-Cert anerkanntes Qualitätszertifikat, eine dreijährige Marktpräsenz und ein regelmäßig durchgeführtes Angebot in Österreich verfügen.

Eine der Voraussetzungen für jede der drei Verfahren ist die laufende und dokumentierte Kompetenz der Personen in der Weiterbildung. Während Zweihorn im Bereich Unternehmensberatung durch mehrfache Absolvierung der Lehrgänge „Methodik in der Beratung“ sowie Abschluss Certified Management Consultant (CMC) bereits ein international anerkanntes und renommiertes Gütesiegel vorweisen kann, hatten wir uns im Bereich Erwachsenenbildung bisher auf unser Fach- und Methodenwissen verlassen. Erwachsenenbildung. Da war es auf einmal, dieses unbekannte Wort. Was ist denn Erwachsenenbildung?

Was ist Erwachsenenbildung?

Die Weiterbildungsakademie Österreich, kurz wba, hat offenbar schon vor einigen Jahren einen österreichweit einheitlichen, anbieterunabhängigen Standard für Erwachsenenbildner/innen geschaffen und weiter verbessert. Kernaufgabe dabei ist ein Modell der Kompetenzanerennung, die sowohl formal als auch informell erworben werden können. Durch einen wba-Abschluss können Kompetenzen als anerkanntes Abschlusszertifikat oder -diplom in der Erwachsenenbildung sichtbar gemacht werden.

„Die eigenen Bildungserfahrungen und das Feedback über das eigene Wirken als Berater:in hat zu einem neuen Selbstverständnis der Bildungstätigkeit geführt.“

Andreas Stolze

Wir haben unsere hauptberuflich Votragenden kurzentschlossen bzw. parallel zur Einführung des Qualitätsmanagement-Systems von der wba Weiterbildungsakademie Österreich als Erwachsenenbildner:innen zertifizieren lassen. Das wba-Zertifikat liegt auf Stufe 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens und damit nur eine Stufe unter Bachelor oder Ingenieursqualifikation auf. Das wba-Diplom befindet sich sogar auf Stufe 6 und damit ebenbürtig zu diesen formellen Abschlüssen.

Die pädagogischen Grundsätze der Erwachsenenbildung im Sinne der wba haben wir fest in unserer Arbeit verankert. Um essenzielle Elemente des Gelungenen Lernens und der Gelungenen Beratung aus LQW finden sich diese Grundsätze nun auch in unserem Leitbild wieder.

Das bedeutet, u.a.

  • Lern- und Beratungsziele orientieren sich an den Bedürfnissen und Interessen der Teilnehmer:innen
  • Methodenkoffer, Methodik und Lernräume sind dazu geeignet;
  • Lern- und Beratungszeiten sind so organisiert, dass maximale Zugangsmöglichkeiten und Partizipation möglich sind
  • Ziele, Methodik, erwartete Bildungsprozesse sowie Bewertungs- und Evaluierungsprozesse sind transparent gestaltet 
  • Bildungs- und Beratungsangebote unterstützen den Kompetenzerwerb, die Persönlichkeits- und Unternehmensentwicklung, erhöhen die Beschätigungsfähigkeit und Selbständigkeit der Menschen im Berufsleben

Mit dem Erwerb von wenigen fehlenden ECTS im Bereich Andragogik (ebenfalls ein Wort, das einem im Marketing-Alltag selten unterkommt), hieß es nur noch warten auf einen Termin zur abschließenden Evaliuerung. Diese findet im Rahmen einer sogenannten „Zertifizierungswerkstatt“ ca alle 2-3 Monate am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) in St. Wolfang statt. In einem dreitägigen Assessment werden die bereits dokumentierten Kompetenzen vor Ort auf die Probe gestellt. Auch eine kleinie Theorieprüfung zu den Grundlagen und der Geschichte der Erwachsenenbildung muss absolviert werden.

„Ich habe gelernt, dass Erwachsenenbildung so viel MEHR ist als Wissensvermittlung. Es ist Mediengestaltung. Bildungsmanagement. Training. Grundbildung. Bibliothekswesen. Diskurse. Programmplanung. Bildungsberatung. Und vor allem: Reflexion!“

Monika Stolze

Entsprechende Fachliteratur für die Vorbereitung kann über elektronische Fernleihe genutzt werden. Aufgrund der umfangreichen Seitenzahl ist eine gedruckte Ausgabe der drei Standardwerke unbedingt anzuraten, insbesondere wenn man diese zeiteffizient kurz vor der Prüfung lesen möchte.

Unerwartet zahlreich waren die Takeaways aus diesen Büchern, die – absolut ungerechtfertigt – doch nach sehr trockener Literatur klingen. Trocken sind sie stellenweise tatsächlich, und höcht kompliziert geschrieben. Ohne Notwendigkeit der Vorbereitung für einen Multiple-Choice-Test, hätten wir keine der drei Bücher vermutlich jemals aufgeschlagen. Jetzt sind wir dankbar, weil wir viele Impulse in unserer weiteren Arbeit einsetzen können und wertvolle Ressourcen an die Hand bekommen haben, insbesondere in Bezug auf digitale Grundbildung und bereits existierende Programme auf nationaler sowie EU-Ebene.

 

Man lernt eben doch nie aus.

Teile diesen Artikel

Weitere Artikel